Die 1854 gegründete Kugler Bimetal SA gehört zu den ältesten noch aktiven Industrieunternehmen der Westschweiz. Das Unternehmen ist auf die Herstellung von Hochleistungs-Bimetallkomponenten aus Stahl und Bronze spezialisiert und beliefert einige der anspruchsvollsten Branchen der Welt, darunter die Luft- und Raumfahrt, die Windenergie, den Schienenverkehr sowie die Verteidigungsindustrie. Hinter dieser langjährigen Erfolgsgeschichte steht eine kontinuierliche Innovationskraft auch im Bereich des Energieverbrauchs und der Energieeffizienz.
Eine Giesserei im Herzen Genfs, eine Schlüsselfrage für die Energiewende
In einer Giesserei ist Energie nicht einfach nur ein Kostenfaktor. Sie ist eine grundlegende Voraussetzung für die Produktion. Schmelzöfen arbeiten bei sehr hohen Temperaturen, im kontinuierlichen Betrieb und unter präzisen Prozessanforderungen, die keinen Spielraum für Improvisation lassen.
Angesichts der Entwicklungen im Schweizer Energiesystem und der zunehmenden Einspeisung überschüssiger erneuerbarer Energie ins Stromnetz stellte sich bei Kugler Bimetal jedoch eine zentrale Frage: Wie lässt sich der Energieverbrauch optimieren, ohne die Produktionsprozesse zu beeinträchtigen oder finanzielle Risiken einzugehen ?
Die Antwort fand das Unternehmen in einer Partnerschaft mit Romande Énergie.

OverFlow: Wenn überschüssige Energie zum Vorteil wird
Die von Romande Énergie entwickelte Lösung OverFlow basiert auf dem sogenannten Power-to-Heat-Prinzip: Überschüssiger Strom aus dem Netz, insbesondere aus Photovoltaikanlagen, wird zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort in nutzbare Wärme umgewandelt.
In der Praxis ist das System direkt an das von Swissgrid betriebene nationale Stromnetz angebunden. Übersteigt die Produktion erneuerbarer Energien die aktuelle Nachfrage, aktiviert OverFlow automatisch die entsprechenden Anlagen, um diese überschüssige Energie aufzunehmen. Bei Kugler Bimetal bedeutet dies die automatische Vorwärmung der Schmelzöfen während der Nacht und an Wochenenden also zu Zeiten, in denen Strom verfügbar ist und zu besonders attraktiven Tarifbedingungen bezogen werden kann.
Ohne umfangreiche Anpassungen der bestehenden Anlagen. Ohne Unterbrechung der Produktionsabläufe. Eine unkomplizierte Lösung, die speziell für die Anforderungen anspruchsvoller Industrieumgebungen entwickelt wurde.
Ein doppelter Nutzen
Besonders überzeugend an diesem Ansatz ist, dass er auf zwei Ebenen Vorteile schafft.
Für Kugler Bimetal ermöglicht der flexible Energieverbrauch eine Optimierung der Energiekosten und trägt gleichzeitig dazu bei, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern schrittweise zu reduzieren. Damit steht die Lösung im Einklang mit den Umweltzielen des Unternehmens und seinem Engagement als nach ISO 14001 zertifizierte Organisation.
Für das Stromnetz bedeutet dies, dass Kugler Bimetal durch seinen Verbrauch in Zeiten eines Stromüberschusses aktiv zur Stabilisierung des Schweizer Elektrizitätssystems beiträgt. Bis 2050 will die Schweiz ihre Produktion erneuerbarer Energien um 45 TWh erhöhen, davon 28 TWh aus Photovoltaik. Die Flexibilität industrieller Verbraucher wird dabei ein entscheidender Hebel sein, um diese schwankende Stromproduktion effizient in das Energiesystem zu integrieren.
Ein konkretes Beispiel für die Schweizer Industrie
Dieses Projekt wurde am Romande Énergie Forum 2026 vorgestellt, wo Vincent Gillet, CEO der Kugler Bimetal SA, es als konkretes Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung des Power-to-Heat-Prinzips in einem anspruchsvollen industriellen Umfeld präsentierte.
„Wir waren auf der Suche nach einer konkreten Lösung, die unsere Produktionsprozesse nicht beeinträchtigt. Die OverFlow-Lösung von Romande Énergie hat genau das ermöglicht.“
Vincent Gillet, CEO of Kugler Bimetal SA
Eine Vision mit Zukunft
Bei Kugler Bimetal ist die Energiewende nicht einfach eine regulatorische Verpflichtung. Sie ist Teil der Unternehmensphilosophie: kontinuierliche Verbesserung, bewusst eingegangene Risiken und Innovation durch konkretes Handeln.
Nach 170 Jahren Industriegeschichte in Genf zeigt diese Giesserei, dass sich technische Exzellenz, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und ökologische Verantwortung erfolgreich miteinander verbinden lassen – ohne Kompromisse bei einem dieser Ziele einzugehen.
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